Unser letzter Flug dauerte nach kleinen technischen Problemen mit einer Verzögerung von 20 Minuten nur etwa eine Stunde, während dieser ich fast durchgehend schlief. Daheim wäre es schon zwei Uhr früh...
In Managua angekommen, finden wir unser Gepäck fast augenblicklich, alles läuft wie am Schnürchen. Bei der letzten Gepäck- und Passkontrolle sehen wir schon Richtung Ausgang. Vor der großen Glasscheibe drängen sich wie es scheint Hunderte von Nicas zwischen fünf und zwanzig Jahren, ebenso die Taxifahrer und Hotelpagen, um die Leute abzuholen. Diese Glasscheibe erscheint wie eine Grenze zwischen der Welt, wie wir sie kennen, und der, in der wir das nächste Monat verbringen werden. Nach einer etwas schwierigen Suche, unterbrochen von ständigen Fragen, ob wir ein Taxi brauchen, findet uns schließlich der Fahrer unseres Hotels Ideas D Mama, dem wir Richtung Flughafenparkplatz folgen. Auf halbem Weg kommen uns zwei kleine Mädchen entgegengerannt, die um Geld bitten und auch nicht locker lassen, als wir schon im Minivan sitzen.
Los geht die Fahrt durch das nächtliche Managua an einem Feiertag, der in Nicaragua einer der wichtigsten überhaupt ist. Überall stehen Leute auf den Straßen Schlange vor Gebäuden, die eine Art Disco zu sein scheinen. Ebenso liegt überall auf den Straßen Müll und Böllerüberreste. Vor unserem Hotel stehen ebenso sehr viele Leute, einige in einer einer langen Schlange, die wie wir aus dem Augenwinkel beim Einparken sehen, in eine kleine Nische mit einer Marienstatue führt. Soviel zu den Discos in Nicaragua...
Wir schlängeln uns durch aus der Hand Raketen abfeuernde Chicos zu unserem Hotel, checken ein und werden auf unser Zimmer gebracht. Es sieht etwas anders aus als auf den Fotos im Internet. Auf dem Boden krabbeln ziemlich große Ameisen und das ganze Bettzeug riecht penetrant nach Desinfektionsspray. Aus der Dusche kommen nur ein paar Tropfen kalten Wassers. Ein wenig schockiert machen wir es uns in den Liegestühlen zwischen dem Hometrainer und dem plätschernden Wasserbehälter vor unserem Zimmer gemütlich und bestellen uns bottled water.
Nach einer nicht sehr erholsamen Nacht beschließen wir, das eigentlich für zwei Nächte reservierte Hotel lieber gleich wieder zu verlassen, um auf die Corn Islands zu flüchten. Mit einem frisch gepressten (und gezuckerten) Orangensaft in der Hand ein bisschen im Internet gesurft und das Zielhotel ausgewählt: La Princesa de la Isla auf Big Corn Island. Freundlicherweise ruft der einzige englischsprachige Hotelangestellte für uns bei La Costena, der nationalen Airline, und dem Hotel an, um Flug und Zimmer für uns zu reservieren. Eine halbe Stunde später geht's wieder ab zum Flughafen...
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